Auf dem Weg nach Big Apple

Als internationale Haar- und Make-up Artistin arbeite ich seit sieben Jahren überwiegend in Sydney und Hamburg, davor Studium in Mailand. Seit einigen Monaten lebe ich in Berlin.

Ich liebe meine Altbauwohnung in Berlin Mitte, die großen hohen Räume, den Stuck an der Decke, das schöne alte Tafelparkett mit seinen Gebrauchsspuren. Hier ist auch hauptsächlich mein Beauty-Blog entstanden, der vor drei Monaten online gegangen ist.

Ich fühle mich in dieser Stadt super wohl und genieße es auf einmal sehr, Deutsche zu sein und in Deutschland zu leben. Und warum nun gerade jetzt so sehr? Warum ist es auf einmal „Zuhause“ doch am schönsten?

Es ist noch nicht lange her, da meinte ich, ohne die Sonne Australiens ein glücklicheres Leben kaum leben zu können. Heute genieße ich einen grauen und kalten winterlichen Morgen in Berlin.

Die Miete meiner 100 qm großen Wohnung in Berlin Mitte wird wohl gerade für ein Zimmer in Brooklyn reichen. Der Wohnungsmarkt dort ist dicht und exorbitant überteuert.

Nie werde ich den Moment vergessen, als mir in New York meine Agenturchefin eröffnete, dass sie mich sponsern wird, auch nicht das unfassbare Glücksgefühl danach. Gerade jetzt überwiegt aber eher das bange Gefühl vor der eigenen Courage.

Ich glaube, den meisten ist nicht klar, und mir war es übrigens auch nicht, wie teuer ein Umzug nach New York ist. Erstmal muss das Visum auf den Weg gebracht und bezahlt werden… Dio mio, schon alleine das hatte ich unterschätzt.

Je näher der Zeitpunkt meines Umzuges rückt, desto mehr stelle ich mir die Frage: „Das ist also der ultimative Schritt, … wirklich? Ich will mich in die Löwengrube werfen und gegen sehr viele und sehr gute Artisten konkurrieren? Nicht umsonst spricht man von NYC als den Melting Pot: „If you can make it here you can make it everywhere.“ Die ein oder andere kleine Panik-Attacke habe ich da schon hinter mir.

Je weiter man in meiner Branche vordringt, desto dünner wird das Eis. Seit 5 Jahren assistiere ich auf den internationalen Schauen. In den Teams der jeweiligen Head-offs lernt man „zu überleben“, die Konkurrenz ist skrupellos. Ein kritisches Wort zur falschen Person und der eigene Kopf kann rollen. Es zählt nicht nur das Können sondern inzwischen noch mehr das Gespür für „ Wer ist wichtig und wem darf man vertrauen“.

New York sehe ich als bisher größte Herausforderung, aber auch als meinen persönlichen Ritterschlag. Was hatte ich mal gesagt? „Hast Du erst eine Agentur in New York, dann ist es geschafft.“ In Wahrheit geht’s aber jetzt erst richtig los.

Ich blicke mich um und muss schmunzeln. Meine Augen fallen auf meine kleine Sammlung schöner alter Überseekoffer. Sie sind wahre Multitalente, lassen sich hervorragend und vielfältig nutzen, auch als Beistelltisch oder Sitzgelegenheit.

Ja, die Flexibilität, ein wichtiger Baustein des Erfolges.

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8 comments

  1. Claudia Velke
    12/10/2013 — 1:04 pm

    … und wie heißt es so treffend? DER WEG IST DAS ZIEL
    Deine Mama

    • Sina
      12/11/2013 — 1:09 pm

      Ja, der Weg ist das Ziel.

  2. Maddison Care
    12/10/2013 — 12:39 am

    Such an inspiration Sina! I hope one day to achieve what you have. Best of luck in NYC and have fun! X

    • Sina
      12/10/2013 — 7:42 am

      Maddy, how are you? Thank you for your feedback and wishes.

    • Sina
      12/10/2013 — 7:39 am

      Danke, Steffi. Sehr lieb von Dir.

  3. Maria
    12/09/2013 — 9:17 pm

    Es ist sehr leicht zu sagen: Sina, das wird schon! Ich bin aber überzeugt, dass du in NYC sehr schöne Zeit haben wirst. Deshalb werde ich dich so oft wie möglich besuchen! :-)

    • Sina
      12/09/2013 — 9:22 pm

      Freue mich schon jetzt auf Deinen ersten Besuch. Feste Umarmung.

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